Deutsch-tschechisches Schülertreffen 2026 zwischen Schülerinnen und Schüler
der Wemdinger Realschule und der tschechischen Schule aus Dlouhá Loučka
In diesem Jahr fand das Treffen in der Nähe der Partnerschule in Horka nad Moravou
in Mähren statt.
Wieder hatte eine Wemdinger Schülergruppe von 15 Jugendlichen die Gelegenheit,
das Projekt „Natur kennt keine Grenzen“ fortzuführen und sich mit einer gleich
großen Gruppe aus der Tschechischen Republik zu treffen.
Die Achtklässler aus Wemding und die Gruppe aus Dlouhá Loučka verbrachten
erlebnisreiche Tage, wobei neben der deutsch geprägten Geschichte des Landstrichs
vor allem das Thema „Lebensraum der Fledermäuse“ im Mittelpunkt stand.
Nachdem wir uns nach der letztjährigen Odyssee bewusst gegen das Abenteuer
„Deutsche Bahn“ entschieden hatten, brachte uns der Bus mit einem australischen
Fahrer (Haustier: Känguru) sicher zur Waldpension nach Mähren.
In der Chata angekommen, erwarteten uns schon die tschechische Gruppe, das
Abendessen und zwei Mitarbeiterinnen von Tandem, die es meisterhaft verstanden,
die Jugendlichen beider Nationen miteinander bekannt zu machen. Auf spielerische
Art und Weise wurden Berührungsängste abgebaut und sich sprachlich angenähert.
Am darauf folgenden Morgen hieß es dann: „Wanderschuhe schnüren“. Nach einem
stärkenden Frühstück mit tschechischen Hörnchen und Wiener Würstchen ging es mit
dem Bus zur weltbekannten Macocha-Höhle im Mährischen Karst.
Nach dem Abstieg in die 134 m tiefe Schlucht begleitete uns ein deutschsprachiger
Führer durch die imposante Höhlenwelt mit ihren fantasievoll benannten Stalagmiten
und Stalaktiten. Am Ende der Tour wurden wir mit elektrisch betriebenen Booten
unterirdisch ca. 20 min bis zum Ausgang aus der beeindruckenden Höhle gefahren.
Abends lauschten wir dann einem Vortrag über den Lebensraum und die Lokalisierung
von Fledermäusen. Dazu besuchten uns ein Fledermauskundler mit 4 seiner
Schützlinge. Vorsichtig konnten wir die kleinen Tiere aus der Nähe betrachten und
sogar berühren. Als sich später die Nacht über das Waldgebiet senkte, gingen wir mit
Ultraschallmessgeräten verschiedener Frequenz auf die Suche nach
unterschiedlichen Fledermausarten. Ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmenden.
Am Vatertag, der in der Tschechischen Republik nicht begangen wird, starteten wir
morgens mit dem Bus, um Olomouc (Olmütz) mit seiner historischen Innenstadt zu
besichtigen. Herr Kropac, der Direktor der tschechischen Schule führte uns vorbei an
markanten Sehenswürdigkeiten der Stadt bis zur „Festung des Wissens“, einem
interaktiven Science Center im ehemaligen Festungsgelände der Stadt.
Dort konnten wir selbst auf drei Etagen physikalische, chemische und biologische
Phänomene erfahren und probieren. Anschließend hatten die Schülerinnen und
Schüler die Aufgabe, in gemischten Kleingruppen festgelegte Orte der Innenstadt
aufzusuchen und durch Selfies ihre Anwesenheit zu belegen. Zeit für die Betreuer, sich
mit typisch tschechischen Heidelbeerliwanzen zu stärken.
Vor der Rückfahrt ergab sich dann noch die Möglichkeit zum Shoppen und den
Umgang mit der Landewährung, der tschechischen Krone, zu üben.
Die Geschichte Olomouc fasste dann am Abend Herr Kropac in einem Vortrag
zusammen.
Am letzten Tag besuchten wir die Partnerschule, die im Vergleich zu unserer viel
kleiner ist und demzufolge auch weniger Schüler hat. Im Werkraum bauten die
Jugendlichen in gemischten Kleingruppen drei Fledermaushäuser zusammen, von
denen wir ein Exemplar mit nach Hause nehmen durften und nun einen geeigneten
Standort in Schulnähe suchen.
Nach dem Mittagessen in der Schulmensa ging es gemeinsam im Bus nach Ruda,
einem unscheinbaren mährischen Dörfchen. Ausgehend von der Kirche der Lieben
Frauen vom Schnee eröffnete sich uns hier ein ca. 1km langer Kreuzweg, der
beeindruckend die 14 Stationen des Leidensweges Jesu Christi zeigt und in einer
phantastischen Aussicht auf dem Kreuzhügel mündet.
Nicht nur bei den deutschen Inschriften der Stationen des Kreuzweges, sondern bei
all unseren Unternehmungen ließ sich die deutsch geprägte Geschichte Mährens
atmen.
Besonders schön war es zu beobachten, dass sich immer wieder tschechisch-
deutsche Kleingruppen unter den Jugendlichen bildeten, wobei als
Verständigungsmittel der ersten Wahl meist Englisch benutzt wurde.
Den Abschluss fand das Treffen am Abend mit einem gemeinsamen Würstchengrillen
am Lagerfeuer.
Auch heuer war das Treffen wieder ein voller Erfolg und beide Schulen planen die
Fortsetzung im nächsten Jahr.
Die Initiative solcher Treffen geht aus der Kooperation des Freistaats Bayern mit der
Tschechischen Republik hervor. Die Partnerschulen finden sich nach Interesse
zusammen und erarbeiten gemeinsam das Programm. Eine großzügige finanzielle
Zuwendung erhielten wir für unser Projekt „Natur kennt keine Grenzen“ vom Deutsch-
Tschechischen Zukunftsfond und über Tandem aus Mitteln der Stiftung
Jugendaustausch Bayern. Auch der Förderverein unserer Schule beteiligte sich
finanziell an diesem Projekt.
Wemding, 22.06.2026
Maria Stiepakova und Frank Winkler











