Nachdem uns Anfang April der lettische Chor besucht hatte, bestiegen die Big-Band-Musiker mit ihren Begleitlehrkräften das Flugzeug nach Lettland. In Riga angekommen stand zunächst eine Stadtführung durch die lettische Hauptstadt auf dem Programm. Bei sonnigem Wetter und 24 Grad besichtigten wir die Altstadt mit ihren Gotik-, Renaissance-, Barock- und Jugendstil-Bauten, besonders beeindruckte das so genannte „Schwarzhäupterhaus", ein Beispiel für die glanzvolle Geschichte Rigas als Kaufmanns- und Hansestadt.
Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus durch die ebene lettische Landschaft vorbei an einzelnen, verstreut liegenden Gehöften, ausgedehnten Birkenwäldern über schnurgerade Straßen nach Liepaja, wo wir am Abend von unseren Gastgebern mit einem Ständchen begrüßt wurden. Liepaja, deutsch Libau, gehört zur lettischen Provinz Kurland, ein Landstrich, der im Laufe seiner wechselvollen Geschichte von Wikingern, Deutschen („Deutscher Orden"), Polen und Russen beherrscht wurde. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee und ihre Bedeutung als Seehafen kann man auch heute noch an den ausgedehnten Hafenanlagen erkennen.
Den Tag nach unserer Ankunft verbrachten wir mit dem Besuch zweier wunderschöner Strände bei Pavilosta und Jurkalne, mit einem Mittagessen, bei dem wir die kurländische Küche und - durch eine Gesangsdarbietung einer Folkloregruppe – Kultur kennen lernten. Danach besichtigten wir die geschichtsträchtige Stadt Kuldiga, bevor wir am Nachmittag in dem Städtchen Aizpute eintrafen, wo wir an der dortigen Musikschule zunächst probten und dann zusammen mit deren Sängern und Instrumentalisten ein gemeinsames Konzert gestalteten.
Der nächste Tag galt der Besichtigung Liepajas: Vom Rosenplatz aus besuchten wir eine Bernsteinschmuck-, Tuch- und Ledermanufaktur. Danach liefen wir zu den belebten Markthallen vorbei an den in der typischen Bauweise erstellten Holz- und Backsteinhäusern, von denen allerdings viele noch auf ihre Renovierung warten. Unser Spaziergang führte uns durch die wunderschönen Parkanlagen zum Strand und wieder zurück in die Stadt, wo wir nach dem Mittagessen im Cafe des „Großen Bernstein", der neuen prachtvollen Konzerthalle, zum ehemaligen Militärgefängnis „Karosta" fuhren und einen Geschichtsunterricht der etwas anderen Art erhielten, der uns lange im Gedächtnis bleiben wird. Im Anschluss fuhren wir zurück zur Musikschule und probten unser Programm.
Die deutschen wie auch die lettischen Schüler hatten sich einen „freien" Tag für gemeinsame Unternehmungen gewünscht – dafür stand der Sonntag zur Verfügung: Man ging miteinander spazieren, die gastgebenden Schüler führten uns zu weiteren Sehenswürdigkeiten Liepajas, manche erkundeten die Gegend mit Rad oder Boot - schließlich traf man sich zum Bowling und ließ damit den Tag ausklingen.
Unser letzter Tag begann mit der Besichtigung einer der bedeutendsten Kirchen Liepajas, der Dreifaltigkeitskirche mit ihrer berühmten Orgel. Darauf ging es zur Musikschule, wo wir eine Führung erhielten. Nach dem Mittagessen in der Schulkantine besichtigten wir den „Großen Bernstein", die erst vor einem halben Jahr fertig gestellte moderne Konzerthalle mit ihrem futuristischen Design. Im Anschluss konnten wir in lettischen Musikunterricht schnuppern und erhielten schließlich, aufgeteilt in unterschiedliche Instrumentengruppen, Unterricht in Meisterklassenkursen. Danach durften wir an einer Probe der preisgekrönten Big Band der Musikschule teilnehmen, mit der wir am frühen Abend zusammen mit dem Mädchenchor der Schule ein Konzert bestritten: Die drei Ensembles begeisterten mit ihrem Programm den gut besuchten Konzertsaal der Schule. Ein weiterer Höhepunkt bestand in der abschließenden gemeinsamen „Farewell-Party" mit den gastgebenden Familien und Gästen in den Räumen der Schule.
Man wird verstehen, dass allen der Abschied nach diesen ereignisreichen Tagen mit vielen gemeinsamen Unternehmungen am nächsten Tag sehr schwer viel. Wir bedanken uns bei den Chormädchen und ihren Familien, bei den dortigen Lehrkräften und der Schulleitung, die uns alle mit großer Warmherzigkeit und Gastfreundschaft aufgenommen haben und hoffen auf ein Wiedersehen.
Gedankt sei an dieser Stelle auch allen beteiligten Wemdinger Schülern und Lehrkräften sowie den Gasteltern für die liebevolle Aufnahme und dem Elternbeirat für die große Unterstützung am Abschlussabend.
Gedankt sei ferner der gemeinnützigen Stiftung „West-Östliche Beziehungen", deren großzügige Unterstützung diesen Austausch ermöglicht hat: Diese fördert vielfältige Begegnungen für Völkerverständigung und Frieden mit den unabhängigen Staaten auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion, die dem Auf- und Ausbau von längerfristigen Partnerschaften ihrer Bürger dienen. Insgesamt hat sie in den vergangenen 21 Jahren rund 4.500 Projekte mit rund 10 Mio. € gefördert.

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