Die Zeitzeugin Frieda Husel berichtet über ihre Kindheit zu Kriegsende und in den Nachkriegsjahren

Noch bevor sich die Coronasituation im Ries dramatisch zugespitzt hatte, besuchte Frau Husel aus Deiningen die Klasse 10d im Geschichtsunterricht und berichtete über diese eindrückliche Zeit. Sie begann damit zu berichten, wie sie als Schüler wiederholt in den Keller mussten, weil Bombenalarm war. Sie erinnerte sich sogar noch an den Spruch, den die älteren Schüler gedichtet hatten: „Achtung, Achtung, Ende – über Deutschland sind Verbände! Mit der Bombe unterm Arm – Achtung, Achtung, Vollalarm.‟ Ebermergen, wo Frau Husel aufwuchs, wurde nicht von Bomben zerstört, aber 1944, als die Tieffliegerangriffe häufiger wurden, tötete eine Bombe drei Menschen, die auf dem Feld arbeiteten. Man lebte in ständiger Angst. Der Schulunterricht wurde eingestellt, nichts funktionierte mehr. Kurz vor Kriegsende wurde die Brücke über die Wörnitz von deutschen Soldaten gesprengt, um den Feind daran zu hindern, das Dorf einzunehmen. Die Amis kamen trotzdem ins Dorf, sie hatten bestens ausgebildete Brückenbautruppen, die eine Notbrücke errichteten. Davor wurden am Kirchturm weiße Betttücher aufgehisst als Zeichen der friedlichen Kapitulation.

Nachdenklich stimmte die Schülern auch, wie Frau Husel von einem kleinen Mädchen erzählte, das automatisch ihren Arm zum Hitlergruß hob, so wie man ihr es jahrelang eingetrichtert hatte, um die Amis zu begrüßen. Die umliegenden rissen sofort ihren Arm nach untern und hofften, dass die Amis es nicht sehen würden. Diese waren jedoch nachsichtig mit dem Kind.

Verblüfft hörten die Schüler der 10d, dass die Menschen in Ebermergen damals zum ersten Mal „schwarze‟ Menschen sahen und sich tatsächlich fürchteten. Andererseits berichtete Frau Husel auch davon, wie sie als Kinder die Scheu langsam überwunden und sie von den Amerikanern Schokolade bekamen, als sie ihnen Eier brachten. Ein Stückchen Schokolade war das Höchste für die Kinder damals.

Frau Husel spannte den Bogen zur Nachkriegszeit, die die Schüler in Geschichte behandelten. Sie konnte sich noch gut an die Menschen aus den Städten erinnern, die zum Hamstern nach Ebermergen kamen, weil sie in den Städten nichts zu essen hatten.

Ebenso hörten die Schüler, wie Heimatvertriebene ins Dorf kamen und ganze Familien in 1-2 Zimmern in Bauernhäusern untergebracht wurden, ohne fließend Wasser oder Zentralheizung. All das brachte die Schüler zum Nachdenken und ihnen wurde bewusst, wie gut es ihnen heutzutage geht.
Die Klassensprecher verabschiedeten Fr. Husel mit einem Blumenstrauß und dankten ihr für ihren Besuch.

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S. Ponicki

 

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